Helden der Periode

In den letzten Jahren haben wir eine Reihe von mächtigen und mutigen Frauen und Männern aus aller Welt kennengelernt, die auf unterschiedliche Weise daran gearbeitet haben, das Bewusstsein und das Wissen über die Menstruation und ihre Auswirkungen auf den Alltag der Frauen zu verbessern. Indem sie ihre eigenen Erfahrungen teilen, andere ermutigen, offener über ihre Periode zu sprechen, Aufklärungsmaterial entwickeln und die Menstruationsgesundheit unter marginalisierten Gruppen verbessern, sind sie alle Teil einer positiven Entwicklung, die Missverständnisse, Stigmata und Tabus rund um das Thema Menstruation in Frage stellt. Diese „Menstruationsaktivisten“ oder „Helden der Periode“ haben es sich mehr als verdient, auch einmal im Rampenlicht zu stehen. Wir möchten gerne einige von ihnen und ihre Arbeit vorstellen.

Arunachalam Muruganantham, Indien

Arunachalam Muruganantham, der auch als „Indiens Menstruationsmann“ bekannt ist, ist ein sozial engagierter Unternehmer, der eine Maschine erfunden hat, die kostengünstig Damenbinden herstellt. Diese Erfindung wurde als ein wichtiger Schritt zur Veränderung des Lebens von Frauen in Indien gelobt. Sie schafft Arbeitsplätze und macht Hygieneprodukte erschwinglicher. Seine Geschichte lieferte den Inhalt zum indischen Film „Pad Man“, der im Februar 2018 anlief. Die Menschen, die für die Promotion des Films zuständig waren, hatten ihr Publikum dazu aufgefordert, ein Selfie mit sich und einer Damenbinde zu machen und es unter #PadManChallenge zu teilen.

Foto mit freundlicher Genehmigung von
 Tania Herrera

Chella Quint, Vereinigtes Königreich

Chella Quint ist eine Forscherin im Bereich Menstruationserziehung, Wissenschafts-Kommunikatorin, Comedian und Gründerin von #periodpositive – einer Kampagne, die bessere Bildung fördert, Medienbotschaften zur Menstruation aufs Korn nimmt und Schulen und Organisation bei der langfristigen Bekämpfung der Armut unterstützt. Im Jahr 2006 prägte sie den Begriff „period positive“.

Cinta Tort Cartró, Spanien

Cinta Tort Cartró, oder Zinteta, ist eine junge katalanische Künstlerin, die ihre Arbeiten mit Aquarell-, Tempera- und Acrylfarben auf ihrem und dem Körper anderer Frauen malt. Ihre Arbeiten widmen sich den Tabuthemen des weiblichen Körpers, zum Beispiel Schwangerschaftsstreifen oder Menstruationszyklus. Indem sie aus der Periode oder Schwangerschaftsstreifen bunte Regenbogenkunst macht, verändert Zinteta die Wahrnehmung für ganz normale Dinge, die aber oft als Makel angesehen werden. Sie möchte Menschen dazu bringen, die Schönheit der Teile ihres Körpers anzunehmen, die sie bislang gehasst haben.

Eva Wünsch und Luisa Stömer, Deutschland

Eva Wünsch und Luisa Stömer sind Grafikdesignerinnen, Illustratorinnen und Autorinnen von „Ebbe und Blut“, einem Buch, welches den weiblichen Zyklus mit Sachverstand und Humor ohne Scham erklärt. Es geht um „die Schönheit des mittleren Schmerzes, die Ästhetik von gebleichten Slips und die Komplexität der Ovulationsphase“.

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Livia Rostovanyi.

Liv Strömquist, Schweden

Liv Strömquist ist eine international anerkannte Cartoonistin und Autorin des Bestsellers „Fruit of Knowledge“. In diesem Buch beschreibt sie die Geschichte der Menstruation und wie die unterschiedlichen Kulturen und Traditionen die Gesundheit von Frauen geprägt haben. Im Herbst 2017 wurden ihre Bilder von menstruierenden Frauen auf den Plakatflächen der U-Bahn in Stockholm gezeigt.

Nadya Okamoto und Vincent Forand, USA

Nadya Okamoto und Vincent Forand sind die Gründer der Non-Profit-Organisation Period, die sich mit dem Problem der Periodenarmut, insbesondere bei obdachlosen Frauen, befasst. Die Organisation verteilt kostenlose Menstruationsprodukte an Bedürftige, setzt sich für einen bessere Verfügbarkeit von Menstruationsprodukten ein und klärt junge Menschen auf.

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Hania Glapa

Roz Campbell, Australien

Roz Campbell ist eine sozial engagierte australische Unternehmerin und Gründerin der Marke Tsuno, die mit ethischen und umweltfreundlichen Produktionsmethoden Damenbinden herstellt. 50 % aller Gewinne werden an die International Women’s Development Agency gestiftet. Im Jahre 2016 initiierte Campbell die „Shark Week“ in Melbourne. Sie lud ca. 30 Künstler ein, verschiedene Euphemismen zur Menstruation darzustellen. Damit sollte verdeutlicht werden, dass es immer noch peinlich ist, offen über die Menstruation zu sprechen.